Hier gibt es Geschichten meiner Ratties

Rattenentführung

Meine Damen hatten am 06.05.08 ihren Auslauf. Natürlich ist Melinda dabei. Da sie mit ihren Babies in einem anderen Käfig untergebracht ist, habe ich diesen oben aufgelassen, damit sie immer zu ihren Babies kann. Doch auf einmal kommt sie mit einem Welpen in der Schnauze rausgehopst und marschiert schnurstracks auf die Voliere zu und springt dort rein. Ich habe sofort eingegriffen und beide in den "Wurfkäfig" gesetzt und auch gleich verschlossen. Am nächsten abend habe ich dann die Volieren gereinigt und im Iglu etwas flauschiges entdeckt. Es war doch tatsächlich ein kleines Weibchen von Melinda. Sie hatte dieses wohl unbemerkt in die Voliere geschleppt. Die Kleine war ca. 22 Stunden ohne Mama in der großen Voliere. Habe sie natürlich gleich der Mama gegeben und die hat natürlich auch gleich gesäugt. Mir ist das ein Rätsel, denn ich war beim Auslauf die ganze Zeit im Zimmer und habe nichts bemerkt. Na ja, so sind Rattenmütter eben.

Rattenverstecke

Einige meiner Böcke nutzen die Käfigreinigung zum weglaufen. Mit besten Beispiel voran geht natürlich Nelix. Mit der Zeit hat er sich auch schon seinen Lieblingsplatz ausgesucht: in das alte Sofa klettern und pennen.

Hier guckt Nelix ganz frech aus dem Sofa.

...und dann noch dieses unschuldige Rattengesicht.


Da Nelix ja der Onkel von Anton, Don Camillo und Pepone ist, muss er denen ja etwas beibringen. Also was liegt da näher, als die drei Kleinen mit auf Entdeckungstour zu nehmen. Natürlich hat er ihnen auch gleich gesagt, das sie aus den Käfig springen müssen und dann sofort jeder in eine andere Eckelaufen muss. Die Kleinen sind ja lernfähig und haben Onkel Nelix Rat befolgt. Ich habe sie auch in Ruhe gelassen. Doch nach einiger Zeit war es Anton und Pepone zu langweilig. Sie kamen wieder zurück in den Käfig, weil es dort ja wieder Futter gab. Das Versteck von Nelix kannte ich ja schon. Nach mehrmaliger Auforderung bequemte sich Nelix dann aus dem Sofa und lief wie der Blitz zum Käfig und sprang hinein. Aber wo steckte bloß Don Camillo?? Nirgends war der kleine Ratz zu finden. Nach längerer Überlegung entschloss mich mein Klappsofa mal zu öffnen. Und wer lag da drin? Don Camillo! Er hatte ein freches Grinsen im Gesicht, als wenn er sagen wollte: "Na, hast Du mich nun endlich doch noch gefunden?" In den Bettkasten kann man ja super reinklettern. Durch die Sofafüße hat man ja ca. 4 cm Abstand zum Boden. Also nichts wie unter das Sofa und dann rein in den Bettkasten. Einige Zeit später vermisste ich dann Nelix. Er ist ja nun nicht gerade klein, aber er hat sich von Don Camillo das Versteck im Bettkasten verraten lassen. Nun hatte auch er seinen neuen Lieblingsplatz gefunden. Doch mir gefiel das gar nicht. Aus dem Baumarkt ein paar Kanthölzer besorgt und diese dann vorne und an den Seiten unter das Sofa geklemmt. Da aber das Sofa immer noch einen gewissen Abstand im unteren Bereich zur Wand hatte, musste ich auch diese Seiten verschließen. Habe dann eben Pappe zugeschnitten und diese an den Sofaseiten befestigt. Beim nächsten Ausbruch von Nelix kam dann das große Erwachen: er wetzte an der Wand lang Richtung Sofa und wollte sofort wieder darunter klettern. Doch Fehlanzeige. Ganz verdattert guckte er aus seinen Rattenpelz und suchte einen Weg, um unter das Sofa zu gelangen. Anscheinend gefiel ihm das gar nicht und er suchte den Weg zum Käfig wieder auf. Ich wundere mich doch immer wieder, was für Verstecke diese kleinen frechen Pelznasen doch finden.

Handwerker und Ratten

Meine Wohnung befindet sich im 2. Stock eines Mehrfamilienhauses. Vor einiger Zeit sprachen mich die Bewohner unter mir an und fragten, ob bei mir im Badezimmer Wasser ausgelaufen ist. Diese frage konnte ich ganz klar mit „nein“ beantworten. Daraufhin baten sie mich in ihre Wohnung. Im Bad der Mieter war ein riesiger Wasserfleck an der Decke sichtbar. Wir fanden hierfür keine Erklärung. Es dauerte auch nicht lange, da berichteten mir die Mieter aus dem Erdgeschoss, das auch bei ihnen schon ein Wasserfleck an der Decke im Bad sichtbar ist.   

Es vergingen einige Tage und der Mieter unter mir berichtete, das nun auch schon ein Wasserfleck im Flur wäre, genauso wie auch bei den Mietern im Erdgeschoss. Mir war es natürlich peinlich, aber ich hatte keinen Wasserschaden in meiner Wohnung. Nun vermuteten wir, das eigentlich nur das Hauptabflussrohr undicht ist. Dieses befindet sich in einem Luftschacht. Mittlerweile hatte sich das Abwasser seinen Weg bis in den Keller gesucht. Nachdem der Vermieter informiert wurde kamen dann auch die Handwerker in meine Wohnung.                                              

Das war vielleicht eine Sch.... Zuerst wurde die Hängetoilette abgebaut und dann kam eine Infrarotkamera in das Abflussrohr. Und siehe da, nun hatten wir auch gleich den Schaden entdeckt. Mein Abwasserrohr mündet mit einem HT-Bogen DN 150 in das Hauptfallrohr. An dieser Stelle konnte man sehr gut erkennen, das die Gummidichtung des Bogens in das Rohr hineinragte. Natürlich konnte ich mir den Spruch nicht verkneifen: "Aha, beim Rohre zusammenschieben wieder einmal die Gummidichtung nicht ordentlich eingepasst." Da ich selber im Tiefbau arbeite kenne ich das Problem ja. Die Handwerker mussten nun also an den Bogen kommen. Zuerst wurden 4 Wandfliesen weggestemmt. Nun konnte man hinter der Wand genau den Bogen erkennen. Aber es gab ein Problem: durch die Lage der Wasserleitung und Anbauten für den Spülkasten konnte man nicht an den Bogen kommen. Also, ab in die Küche. Spüle leergeräumt und von der Wand entfernt. Nun wurde die Wand in der Küche aufgestemmt. Nun konnten die Handwerker den defekten Bogen ausbauen. Doch die Gesichter der Handwerker sahen sehr merkwürdig aus, als sie den defekten Bogen in der Hand hielten. Da fehlte doch tatsächlich eine Ecke von ca. 7 x 3 cm. Ich flachste natürlich wieder rum, denn ich war der Meinung, damit der Bogen besser in das gusseiserne Fallrohr passt, wurde eben ein Stück herausgebrochen. Doch der Handwerker meinte nur: "Das ist nicht rausgebrochen, sondern angenagt." Es war dem Handwerker ziemlich peinlich, da er wusste, das ich selber Ratten halte. Zu meiner Verteidigung sagte ich: "Meine Ratten sind alle im Käfig. Außerdem baden sie auch nicht in der Toilette." Ich sah mir den Bogen mal genauer an und musste dem Handwerker zustimmen.
Hier kann man sehr gut das angenagte Rohr und den zernagten Gummiring erkennen 

Als Vergleich zeigte ich ein Rohr, was von meinen Ratten angenagt wurde. Es waren die gleichen Spuren. Doch wie um Himmelswillen kommt denn eine Ratte bis in meine Wohnung???    

Nun kam auch noch mein Vermieter vorbei, um sich nach der Ursache des Wasserschadens zu erkundigen. Als er hörte, das es sich wohl um eine Ratte handelt, da verzog er ganz schön das Gesicht. Natürlich sagte ich ihm, das es keine von meinen gewesen ist. Zum Glück glaubte er das, weil er ja weiß, das meine Tiere ja nichts mit den Ratten draußen zu tun haben und auch ganz lieb sind. Na ja, so gut kennt er meine Ratten eben doch nicht.                        

Doch wir wollten nun wissen, wie die Ratte bis hierher gekommen ist. Ich ging mit meinem Vermieter auf dem Boden. Könnte ja sein, das die Ratte hier oben in den Lüftungsschacht gekommen ist. Aber dort wurden wir nicht fündig. Wir fanden keinen einzigen Rattenköttel  auf dem Boden. Also ist die Ratte durch die Hauptkanalisation gekommen und dann in dem gusseisernen Abflussrohr bis in den 2. Stock geklettert sein. Doch wann war das? Ich habe nie Geräusche gehört.                                                                

Meine Erklärung ist, das die Wohnung vor meinem Einzug eine Weile leer gestanden hat. Also konnte von hier oben kein Wasser kommen und die Ratte konnte im Trockenem schön an den Bogen nagen. Meinem Vermieter war die ganze Angelegenheit sehr peinlich. Ratten in seinem Haus. Wenn sich das auch noch rumspricht. Er stand dann noch in meiner Küche und sagte: "Wenn ich das meinem Vater erzähle. Das glaubt der mir nie." Der defekte Bogen wurde ausgetauscht und die Wand wieder zugemacht. Auch ich bin jetzt vorsichtig geworden. Immer, wenn ich auf Toilette gehe, dann sehe ich erst einmal nach, ob da nicht eine Ratte im Klo sitzt.  

Käfigreinigung, oder wie kann man das verhindern?

Die Reinigung des Rattenkäfigs gestaltet sich bei mir immer recht aufregend.
Mein Käfig besteht aus fünf Etagen, wobei es sich um eine Bodenschale, je zwei lose aufgelegte Bretter auf drei Etagen, sowie ein fest verankertes Brett handelt. Meine Ratten bleiben natürlich (oder auch
nicht ?) bei der Reinigung im Käfig und beide Türen stehen offen. Zuerst entnehme ich dem Käfig die Röhren, wobei ich schon aufpassen muss, ob sich dort nicht vielleicht ein Ratz versteckt hat.

Nachdem diese gesäubert und beiseite gelegt sind, werden die Futternäpfe und Ecktoiletten entfernt und gesäubert. Nun arbeite ich mich von oben nach unten. Zuerst nehme ich das Schlafhaus der oberen Etage zum Säubern raus. Gleich blicken mich drei Rattenaugenpaare ganz entgeistert an. Wie kann ich auch nur diese armen Geschöpfe stören?  Na ja, Schlafhaus weg, klettern sie eben eine Etage tiefer, um in dem Iglu weiter zu schlafen. Und was ist das?? Rasputin ist natürlich am Gitter der Tür auf dem Käfig geklettert. Hier habe ich noch einen Vogelkäfig stehen. Ist ja auch immer interessant sich hinter dem Käfig zu verstecken. Doch neuerdings nehme ich den Vogelkäfig vorher vom Rattenkäfig herunter.

Doch das schreckt Rasputin nicht ab. Auch Balthasar, Melchior und Sokrates klettern gerne auf dem Käfig. Es muss ja auch riesig Spaß machen vom Rattenkäfig auf die Kuckucksuhr zu klettern, oder die schöne Säge bei der Uhr anzuknabbern. Wenn es ihnen zu langweilig auf dem Käfig wird, dann klettern sie eben wieder hinein. Nun werden die beiden obersten Bretter herausgenommen und gereinigt. Die Innenteile des Käfigs werden nun im oberen Bereich gereinigt, wobei ich mich auf eine Fußbank stelle, um auch die hintersten Ecken zu erreichen. Doch was ist nun schon wieder? Mulan ist der Meinung man könnte doch mal in so einen Menschenzeh zwicken. Da die Einstreu der Toiletten sich gerne in den Ecken festsetzt nehme ich das Rohr vom Staubsauger, um die Reste wegzusaugen. Aber das ist gar nicht so einfach. Eh man sich versieht hat man schon den Rattenschwanz vom Sindbad im Saugrohr.

Doch keine Angst, ich nehme ihn sofort weg und es ist auch nichts passiert. Außerdem ist er zu dick, um in den Staubsauger zu gelangen. Nun kommen die beiden Bretter wieder an ihrem Platz und es kommt die nächste Etage (festgeschraubtes Brett) dran. Zuerst wird das mit Ratten gefüllte Iglu zwei Etagen tiefer abgesetzt. Nun wird die Oberfläche natürlich mit einem feuchten Lappen gereinigt. Selbstverständlich muss Sokrates das verhindern, stürzt sich auf den Lappen und jagt ihn. Doch wenn der Lappen sich wehrt, flitzt er ganz schnell weg. Auch Rasputin versucht den Lappen wegzuscheuchen. Eine Etage tiefer wird auch das Schlafhaus zur Reinigung entfernt, wobei die Insassen sich im Käfig wieder verteilen.

Einige klettern nach oben, wo ja bereits ein gesäubertes Schlafhaus wieder am alten Platz steht, andere wiederum klettern lieber zur Bodenschale, um dort im Schlafhaus ihre Rattenträume weiterzuführen. Nachdem ich mich nun im Käfig von oben nach unten gearbeitet habe bin ich froh, das alles wieder schön sauber ist. Doch meine lieben "Männer" haben ja nichts anderes zu tun, als die Einstreu der Toiletten wieder im Käfig zu verteilen. Aber das ist mir jetzt auch egal. Nun kommen die gefüllten Futternäpfe wieder an ihre Plätze und das "Große Fressen" beginnt.  Natürlich werden auch die Trinkröhren gereinigt und es gibt frisches Wasser. Außerdem habe ich bei der Reinigungsaktion einen kleinen Eimer für die Papierreste aus dem Käfig stehen. Wenn nun aber der Inhalt im Eimer sich bewegt, muss man eben nachsehen und Casimir wieder herausholen. Was wohl in dem Eimer so interessant ist? 

Aus Sicherheitsgründen zähle ich die Ratten noch mal nach und schließe die Türen. Also, so eine Käfigreinigung ist schon spannend. Es ist aber noch keine Ratte auf die Idee gekommen auf dem Fußboden zu klettern und im Wohnzimmer herumzulaufen. Da heißt es nur: Abwarten und Ratten zählen.

schmerzhafte Käfigreinigung

Mein Tschiquai hat mich wohl zum Fressen gern.
Habe heute Vormittag (18.07.2004) wie üblich die Käfige gereinigt. Leider habe ich dabei Tschiquai übersehen. Er hasst doch den Putzlappen so sehr.
Also hat er ordentlich den Putzlappen gebissen, sodass dieser ordentlich geblutet hat. Ach nee, nicht der Putzlappen hat geblutet, sondern mein linker Zeigefinger, der ja auch an diesem Putzlappen hing. Das hat geblutet, wie Sau. Dann habe ich erst mal ein Pflaster um den blutenden Zeigefinger gewickelt und Käfige weiter gesäubert. Zwischendurch immer mal wieder Pflaster gewechselt, weil es durchgeblutet war, bzw. auch immer wieder nass wurde.

Habe Tschiquai natürlich den verbundenen Finger unter die Nase gehalten und er guckte ganz schön blöd aus dem Fell.
Da nach 4 Stunden dieser blöde Finger immer noch blutete entschloss ich mich ins Krankenhaus zu fahren.
An der Anmeldung habe ich nur etwas von einer blutenden Verletzung am Finger erzählt und sollte dann eben nach oben in die Chirugiesche Ambulanz. Erst wurden meine Daten aufgenommen und dann kam ich auch schon nach 10 Minuten in das Behandlungszimmer.
Dort sollte ich es mir bequem machen. Ich hatte die Wahl zwischen einer Liege (schlafen wollte ich aber nicht) und einem Hocker.

Natürlich habe ich mich auf dem Hocker gesetzt. Auf Anordnung der Schwester habe ich dann das blutgetränkte Pflaster von meinem Zeigefinger entfernt und gewartet, während mein Finger natürlich weiterblutete. Mein Blick ging aber erst mal durch den Raum und blieb an dem Papiertuchspender hängen. Erst mal habe ich mir da ein Papiertuch geklaut, weil ich ja keine Blutflecken auf dem Fußboden hinterlassen wollte (Sonntag kommt da bestimmt keine Putzfrau). Also, den Finger in Papier eingewickelt und gewartet. Nach ca. 5 Minuten kam denn der Arzt. Mann, sah der klasse aus. Ist für mich aber noch ein wenig zu jung.

Er sah sich den Finger an und fragte, wie das passiert ist. Habe ihn natürlich gesagt, das Tschiquai seine Brille nicht auf hatte und er eben den Finger mit dem Putzlappen verwechselt hat.
Der Doktor meinte nur, das man das auf keinem Fall nähen muss (hatte in meinen Gedanken schon eine kleine Nähmaschine mit verschieden farbigem Nähgarn gesehen), sondern die Wunde muss auf bleiben, damit sich nichts entzündet. Außerdem sollte ich morgen gleich zum Hausarzt, damit er die Wunde noch einmal kontrolliert. Nun durfte ich sogar die ganze Hand in einer Blechschüssel mit einer Wasser-Jod-Mischung baden (hatte aber doch kurz vorher sowieso geduscht).

Natürlich musste ich den Doktor auch fragen, ob öfter Patienten mit Rattenbissen kommen. Seine Antwort war: Rattenbisse, Schlangenbisse und Echsenbisse hat er öfter zu versorgen. Na, da war ich vielleicht beruhigt. Hätte ja sein können, das er mich noch für verrückt hält. Nun hatte ich die Hand auch schon 5 Minuten gebadet und konnte sie auch abtrocknen. Dafür bekam ich ein badetuchgroßes grünes Tuch gereicht. Mir wurde mitgeteilt, das sie leider keine kleineren Tücher haben. Eine Schwester machte mir dann einen Druckverband auf die Wunde und wickelte mir dann gleich noch den ganzen Finger mit einer Mullbinde ein. Nun konnte ich wieder nach unten und dort erst mal die 10 Euro bezahlen und dann wieder nach Hause.
Dort habe ich Tschiquai gleich den verbundenen Finger gezeigt. Er guckte mich richtig unschuldig an, als wenn
es ihm leid tat. Aber in Gedanken war er schon wieder weiter: wie bekomme ich diesen Verband von Frauchens Finger??
So, das war mein schöner Sonntag.

Am Montag bin ich dann zum Hausarzt gefahren. Schild an der Tür "Urlaub".
Na prima. Nun musste ich erst mal sehen, wer ihn dann vertritt. Also, wieder ins Auto und ab zur Vertretung. Die haben mich auch angenommen. Eine Arzthelferin nahm mir dann den Verband ab und der Doktor kam dann auch in das Behandlungszimmer. Da es ja ein Mann ist, war
er natürlich neugierig und wollte wissen, wie das passiert war. Habe ihm dann auch die Geschichte vom Putzlappen erzählt. Er schaute mich an, als wenn ich vom anderen Stern sei
und wollte nun auch noch wissen was ich mit den Ratten
mache. Selbstverständlich habe ich dann einiges über meine Ratten erzählt. Zum Glück habe ich nur noch ein kleines mit Betaisodona getränktes Pflaster um den Finger bekommen. Am Freitag noch einmal Kontrolle und dann kann Tschiquai wieder den Putzlappen beißen. 

Birichino

Es war einmal ...........  Halt! Das ist kein Märchen, sondern meine Erlebnisse und die erzähle ich wohl lieber selber.
Also, am 26. 12. 2001 fiel ich aus meiner dunklen, warmen Höhle. Zum Glück war ich nicht alleine, denn ich hatte ja auch jede Menge Geschwister. Ich konnte sie zwar nicht sehen und hören, aber ich spürte ihre Nähe. Auf einmal wurde mein Körper von etwas nassen und warmen berührt. Wie ich später erfuhr hat meine Mama mich mit der Zunge sauber
geleckt. Das tat richtig gut. Nun bekam ich aber Hunger. Wo finde ich in meiner Blindheit bloß etwas?? Also stubbste ich mit meinen kleinen Kopf so hin und her und stieß gegen einen kleinen Zipfel. Mit meinen kleinen Mäulchen schnappte ich danach und zog daran.

Plötzlich kam dort eine warme Flüssigkeit heraus, die ich natürlich sehr genoss. Aber ich musste mich auch ganz schön anstrengen, um immer daran zu kommen, weil ich ja noch jede Menge Geschwister hatte, die meine Futterquelle auch entdeckt hatten. Die Tage vergingen und meine Geschwister und ich wurden immer größer. Nun konnten wir auch endlich sehen und hören. Auch unser nackter Körper bekam ein tolles Fell. Es wurde uns natürlich zu langweilig im Schlafhaus unserer Mutter. Also gingen wir langsam mal auf Entdeckungstour. Das war vielleicht aufregend. Da waren so komische Behälter mit lecker duftenden Sachen, die wir natürlich gleich mal ausprobierten. War aber nicht so einfach, da unsere Zähne noch recht klein waren. Auch fanden wir Röhren, in denen wir uns verstecken konnten.
Aber eins kam mir nicht so geheuer vor: da war eine ganz große Ratte. Sie lief immer nur auf den Hinterbeinen und hatte nur Fell auf dem Kopf. Das sah wirklich sehr merkwürdig aus. Aber so langsam begriffen wir, das uns diese „Ratte“ nichts böses will. Im Gegenteil, denn wir erhielten von ihr ganz tolle Knabbersachen und sie spielte auch mit uns. Aber warum legt sie uns immer auf so ein komisches Ding und schreibt hinterher etwas auf?? Auch das habe ich herausgefunden: wir werden gewogen und unser Gewicht wird gleich schriftlich festgehalten. Na ja, hoffe nur, das wir trotzdem weiter unser Futter erhalten. Die Tage vergingen und ich tobte mit meinen Geschwistern in unserer Behausung rum. Dann kam der Tag, der mein Leben ganz schön auf den Kopf stellte.

Es war der 2. Februar 2002 und es kam noch so eine große, aufrechtgehende Ratte zu uns. Die nahm mich einfach in die Vorderpfote und kraulte meinen Rücken. Sie gab mir auch den Namen „Birichino“. Das kommt aus dem italienischen und heißt soviel wie Schelm, Lausbub. So ganz wohl war mir dabei nicht, aber ich genoss es. Dann wurde ich in einen durchsichtigen Behälter gesetzt. Zum Glück hatte ich dort auch Futter, wo ich mich natürlich gleich bediente. Nach einiger Zeit wurde der Behälter geöffnet und ich guckte erst mal in der Gegend herum.

Da waren ja auch Ratten, aber die kannte ich noch nicht. Also verließ ich meinen Behälter und ging in deren Behausung auf Entdeckungstour. Die anderen Ratten kamen sofort an und schnüffelten an mir herum. Man waren die aufdringlich! Immer wieder waren die mit ihrer Nase an meinen schönen Hinterteil. Als mir das aber über wurde, verschwand ich einfach in einer der Röhren und legte mich erst mal zum Schlafen hin. Nachdem einige Tage vergangen waren, habe ich mich doch recht wohl in meiner neuen Umgebung gefühlt. Auch die anderen Ratten waren nicht mehr so aufdringlich. Sie putzen mich und ich durfte auch bei ihnen schlafen. Es machte mir auch viel Spaß, die anderen zu ärgern. Ich zwickte denen mal in den Schwanz oder klaute ihnen das Futter. Die hatten bestimmt ganz schön Respekt vor mir, denn sie haben mich dafür nicht bestraft.
Die große Ratte, die kaum Fell hat, holte uns abends aus unserer Behausung. Als sie aber nach mir griff, habe ich ganz schnell in die Zehe der Vorderpfote gebissen. Es floss auch gleich Blut und die große Ratte schrie auf und schimpfte mit mir. Sie bekam mich aber trotzdem noch zu packen und ich durfte draußen mit den anderen herumtollen. Bei nächster Gelegenheit in unserer Behausung schnappte ich natürlich
wieder nach der großen Ratte und wieder floss Blut. Die große Ratte schimpfte wieder mit mir und meinte, das es wohl daran liegt, das mein Opa eine Wildratte war.
Doch ich habe nur meine neue Behausung verteidigt. Als ich das 3. Mal wieder zubiss, wurde ich von der großen Ratte in die Vorderpfote genommen und dann auch noch auf den Rücken gedreht.
Ich versuchte zu entkommen, doch es gelang mir nicht. Also habe ich mich lieber unterworfen.
Am Abend sollte ich auch wieder aus der Behausung, aber ich hatte Angst vor der großen Ratte und habe mich erst mal versteckt. Doch die große Ratte gab nicht auf und lockte mich mit Joghurtdrops. Na, wer kann da schon wiederstehen? Ich ließ mich aus der Behausung nehmen und tollte wieder mit den anderen herum. Dann kam die aufrechtgehende Ratte auf eine ganz komische Idee. Sie hockte sich vor dem Sessel, auf dessen Armlehne ich saß, und hielt die Hände in einiger Entfernung hin. Was soll das denn nun?? Ich ging ganz vorsichtig an die Sesselkante und guckte erst mal. Doch meine Neugierde siegte und ich sprang einfach los und landete ganz sanft in den Händen. Das brachte mir sogar Spaß. Endlich konnte ich auch mal zeigen, was mein muskulöser Körper alles
kann. Dieses Training machten wir nun öfters. Doch
eines Tages bin ich auf eine ganz tolle Idee gekommen.

Die große Ratte legt ihre Hinterpfoten immer auf eine Art Schaukel. Das musste ich mal genauer untersuchen. Also bin ich über die Beine der großen Ratte auf diese Schaukel geklettert und der Teppich war auf einmal ganz nah. Ein Satz und ich landete auf den weichen Teppich. Nun guckte ich durch die Gegend und entdeckte eine große Holzkiste, auf der ein Gerät stand, wo die große Ratte immer hinguckte. Ich stolzierte langsam darauf los. Plötzlich hörte ich nur noch: Nein, Birichino. Ich habe mich so erschrocken, das ich in Richtung meiner Behausung rannte und sofort dorthinein sprang.

Doch meine Neugierde war stärker. Ich verließ meine Behausung wieder und lief in die andere Ecke des Zimmers. Da stand ein großes mit Stoff bespanntes Teil. Sofort verschwand ich unter diesem Teil. War das vielleicht aufregend. Über mir waren breite Stoffstreifen in der Form eines Kreuzes angebracht, die mir genug Zwischenraum zum durchklettern ließen. Darin waren aus Metall gedrehte Dinger. Die große Ratte nennt es Sprungfedern. Komisch, ich konnte damit nicht springen. So habe ich mich dort zum schlafen niedergelassen. Nach einiger Zeit, ich kann nicht sagen wie viele Minuten oder gar Stunden vergangen waren, bemerkte ich einen Lichtstrahl.
Aha, die große Ratte war auf der Suche nach mir. Da ich eine verräterische Spur in Form von zernagten Bindfäden hinterlassen hatte, konnte sie mich leicht finden. Doch ich wollte einfach nicht aus meinen Versteck. Nun wurde die große Ratte gemein! Sie kam mit einen Behälter wieder, den sie auf mich richtete. Plötzlich wurde mein schöner Rattenpelz nass. Ganz schnell sprang  ich aus meinem Versteck und eilte zu meiner Behausung zurück.
Nun versuchte ich  jeden Abend etwas neues zu entdecken. Da hatte ich wieder etwas gefunden. Neben meiner Behausung stand ein Gittergestell. Darin bewegte sich etwas. Also bin ich auf leisen Rattenpfoten dahingeschlichen und mit einem mächtigen Satz hing ich am Gitter. Was war das??? Da waren ja lauter tolle Rattendamen, die ich vorher noch nie bemerkt hatte. Sofort ließ ich meinen Rattencharme spielen, aber diese blöden Weiber fauchten mich nur an und versuchten sogar in meine Pfötchen zu beißen. Die große Ratte rief nur: Ja, Birichino, das kommt davon. Ich kletterte wieder herunter und stolzierte
Richtung Holzkasten. Ich wollte gerade dahinter verschwinden, als ich diese Stimme wieder hörte: "Nein, Birichino". Da das nichts gutes heißt, bin ich wieder im rattenscharfen Tempo zu meiner Behausung gelaufen und dorthinein gesprungen. Die große Ratte sagte mir, das hinter den großen Holzkasten so viele Kabel liegen und ich die nicht annagen darf.
Auch unsere Behausung wird regelmäßig gesäubert. Bei dieser Aktion bleiben die Türen unserer Behausung immer offen. Bis jetzt bin ich auch immer mit den anderen Mitbewohnern ganz artig drinnen geblieben. Doch eines Tages bin ich während der Reinigungsaktion einfach herausgesprungen und habe mich unter der Behausung versteckt. Ich dachte die große Ratte hat es nicht bemerkt. Doch nachdem alles schön sauber war, kam unter die Behausung ein kleiner Teppich auf mich zu. Arglos setzte ich mich darauf. Da kam auf einmal Leben in das Ding. Es zog mich einfach aus meinem
schönen Versteck hervor. Erschrocken sprang ich in meine Behausung.
Natürlich dachte ich mir bald etwas neues aus. Bei der nächsten Reinigungsaktion sprang ich sofort aus dem Käfig unter verschwand unter dem, mit Stoff bespannten Teil. Habe mich auch gleich in die hinterste Ecke verkrochen und auch darauf geachtet, das mein Schwanz nirgends hervorschaut. Nachdem die Behausung gereinigt war, rief mich natürlich die große Ratte. Schlau, wie ich natürlich bin, verhielt mich mucksrattenstill. Ein Lichtstrahl huschte an mir vorbei,
aber ich blieb unentdeckt. Die große Ratte suchte und sucht und drehte dabei jedes Teil im Zimmer um, fand mich aber nicht.. Nun hörte ich es plötzlich knabbern und wusste, es gab frisches Futter. Nun bekam ich Hunger. Da die große Ratte mich woanders suchte, nutzte ich die Gelegenheit und bin ganz schnell nach Hause gerannt. Dort habe ich mich erst einmal gestärkt. Die große Ratte unterdessen suchte immer noch ganz aufgeregt nach mir und rief auch meinen Namen.
Als sie dann in Richtung meiner Behausung sah, habe ich mich gnädigerweise gezeigt. Sie schien  erleichtert und sagte: „Deinen Namen, Birichino,  trägst du wohl zurecht, alter Lausbub“.
Mir gefällt es hier sehr gut. Ich vertrage mich mit den anderen rattigen Bewohnern und auch die große Ratte habe ich in mein kleines Herz geschlossen.
Da ich mich inzwischen zu einem großen Rattenmann gemausert habe, bin ich in unserer Behausung auch der Boss. Da ich mir immer etwas neues ausdenke, werdet ihr bestimmt noch von mir hören.
Euer Birichino 

  

Nachtrag: leider musste ich Birichino im Alter von 1,5 Jahren einschläfern lassen. Er hatte einen Gewichtsverlust von 815 auf 582 gr. und fraß nicht mehr. Die Todesursache ist unbekannt. Habe sein Blut untersuchen lassen und er wurde auch geröntgt. Man konnte nichts finden. Auch eine Obduktion blieb ohne Befund

wie trinke ich richtig, oder überschwemme den Käfig?

Da mein großer Käfig von 8 Rattenböcke bewohnt wird, muss man schon mehr Möglichkeiten für das Trinkwasser schaffen. So habe ich verschiedene Trinkflaschen angebracht. Eine davon ist die Nagertrinkflasche "Sippy" der Firma Ferplast. Diese wird mit einer Haltevorrichtung außen am Käfig befestigt. Dann wird ein Plastikröhrchen von innen durch das Gitter geschoben und dreht es an der Flasche fest. Dieses Plastikröhrchen ist im rechten Winkel abgeknickt. Senkrecht darunter befindet sich eine Metallhülse in der ein beweglicher Metallstift steckt. Um nun Wasser zu trinken muss die Ratte von unten gegen diesen Metallstift drücken und das Wasser kommt heraus.

Nun hat mein Rasputin (12 Wochen) die anderen dabei beobachtet und wollte es auch mal probieren. Doch anscheinend fehlte ihm die Kraft den Stift mit der Zunge hoch zudrücken. Also, was tun? Rasputin klettert in die Hängematte und lässt seinen Oberkörper über diese hinausragen. Nun nimmt man eine kleine Rattenpfote und drückt den Stift damit nach oben. Und siehe da, es kommt Wasser heraus, das man ja nun genüsslich aus der Pfote schlürfen kann. Außerdem kann man ja den Stift so lange hochdrücken, bis eine darunter liegende Ratte eine Dusche erhält oder aber der Käfig überschwemmt wird. Daran kann man doch wieder sehen wie schlau unsere kleinen Lieblinge doch sind. Leider konnte ich Rasputin noch nicht überreden seine Pfote nicht andauernd unter diesen Stift zu drücken. Es scheint ihm Spaß zu machen. Mitunter lässt er das Wasser aus der Flasche herauslaufen, um es dann vom Boden abzuschlecken oder aber ich muss den Käfig von seinen Wasserpfützen befreien.

Die Kuckucksuhr

Ich döse hier in meinem Korb,         
doch was stört mich an diesem Ort?
Dieses ewige Gegröle
lockt mich nun aus meiner
Höhle.

Ganz langsam mit Bedacht
klettere ich Richtung Rattendach.
Die Sache ist mir nicht geheuer,
vielleicht ist dort ein Ungeheuer?
Ich nehme noch einen Kumpel mit,
oder gehen wir lieber zu dritt?
Nun sind wir auf des Daches Rand,
was hängt denn da an der Wand?

Es ist ein komisches braunes Ding,
was auch noch sehr sonderbar klingt.
Faszinierend auch der Schwanz.
Der bewegt sich, wie beim Tanz.

Figuren drehen sich im Kreis,
das macht mich nun ganz heiß.

Es dauert auch nicht lange,
und mir wird schon wieder bange.

Ganz plötzlich und unverdrossen
kommt das Unding hervorgeschossen.
Der Kopf geht nun auf und nieder,
dabei ruft es immer wieder:

Kuckuck, Kuckuck, Kuckuck,
und das macht mir nun Mut.
Nun habe ich das Ding erklommen,
und alles in Augenschein genommen.

Eine Säge bewegt sich auch
und ich lege mich auf dem Bauch.
Nun  noch ein wenig warten
und dann das Ding zernagen.

Doch leider haben wir uns zu früh gefreut,
und Frauchen hat uns von der Uhr geräumt.
Irgendwann schaffen wir es garantiert                                                              
und dann wird das Ding aber demoliert.

Können Ratten fliegen?

Am 24. 08. 1999 holte eine Bekannte von mir eine schwangere Ratte aus dem Zoogeschäft, damit diese ihre Babys in Ruhe zur Welt bringen kann. Am 25. 08. wurden auch schon die kleinen Ratten geboren. Da für die Kleinen aber noch ein guter Platz gesucht wurde habe ich mich entschlossen am 09. 10. 1999 einen kleinen Bock zu meinen anderen 6 Böcken zu setzen. Er bekam den Namen Casimir und ist ein hübscher Agouti-Berkshire. Damals wusste ich noch nicht, was auf mich zukommt. Er entpuppte sich als lebhafte und neugierige Ratte.
Da ich abends meine Ratten aus den Käfig hole und diese dann auf den Sessel absetze passierte einmal folgendes:
Einen Teil meiner Ratten, darunter auch Casimir, hatten schon ihren Platz auf dem Sessel gefunden. Nun stand ich mit leicht gebeugter Haltung vor dem Käfig und verspürte auf einmal etwas auf meinen Rücken. Was war geschehen?? Da krabbelte auch schon Casimir auf mir herum. Der war doch tatsächlich von der Sessellehne auf meinen Rücken gesprungen. Das konnte ich nun gar nicht glauben: Eine fliegende Ratte??

Hier sieht man noch den Schwanz und einen Rest von Casimir. Es ist sehr schwer eine springende Ratte zu fotografieren. Er landete auf dem Fotoapparat.

Also setzte ich Casimir wieder auf den Sessel und hielt meine Hände etwas weiter entfernt hin und wartete. Und siehe da, Casimir kletterte auf die Armlehne des Sessels, wackelte ein paar mal mit dem Körper hin und her und sprang in meine Hände. Nun fingen wir beide zu üben an. Der Abstand wurde immer größer und Casimir hatte seine Freude am Springen. Es ist schon erstaunlich wie sich dieser kleine Ratz vom Sessel abstützt und dann einen riesigen Sprung durch die Luft macht.

Nun hatte ich einmal Besuch von einem Bekannten. Auch ihm gefielen meine Ratten und im nu saß Casimir auf seiner Schulter. Wir unterhielten uns angeregt, als es Casimir wohl zu langweilig wurde. Kurz entschlossen sprang er meinen Bekannten von der Schulter und mir in das Gesicht. Ich konnte ihn gerade noch rechtzeitig auffangen. Ergebnis: 3 lange blutige Kratzer auf der rechten Wange und Nase. Das tat ganz schön weh, aber ich konnte diesen kleinen Ratz nicht böse sein. Nun gut, mit einer springenden Ratte konnte ich leben. Doch ich bemerkte, wie auch Aladin immer öfter auf der Sessellehne saß und versuchte zu springen. Doch er traute sich nicht. Gott sei Dank.
Nachdem ich eines Abends meine Ratten wieder in den Käfig gesetzt hatte, Casimir springt dabei immer in meine Hände, verschwanden Casimir und Aladin gleich in einem Schlafhaus.
Normalerweise schlafen die beiden nicht zusammen. Also konnten die nur etwas aushecken.
Natürlich! Casimir hat Aladin anscheinend die Sprungtechnik erklärt. Am nächsten Abend hat Aladin dann auch seinen ersten Sprung gewagt. Es klappte zwar nicht so gut wie bei Casimir, aber er hat es geschafft. Während Casimir elegant durch die Luft in meine Hände springt, sieht es bei Aladin aus, als wenn da ein nasser Sack runter plumpst. Es dauerte nicht lange und auch Caspar verspürte den Drang zu Springen. Nun habe ich Casimir, Aladin und Caspar als gute Springer. Selbst Dorian mit seinen 820 gr. hat schon mit den Übungen angefangen.
Er klettert auf meine Fußschaukel, wo die Kante ja nur 40 cm vom Fußboden entfernt ist, und springt auf dem Teppich, um dann mit einem Affenzahn im Zimmer herumzulaufen.
Casimir und Aladin haben sich mal wieder abgesprochen und sie sind gleichzeitig von der Sessellehne auf dem Teppich gesprungen. Jeder rannte natürlich in eine andere Ecke, denn ich kann ja nicht beide gleichzeitig einfangen. Nun habe ich aber einen Trick. Einfach mit der Dose Yoghurtdrops schütteln und beide kommen von ganz alleine angelaufen.
Nun hat sich mein Rattenbestand mit Sindbad, Mulan, Rasputin und Melchior erhöht.
Auch diese Ratten möchten gerne springen, trauen sich aber noch nicht. Mal abwarten wie lange es dauert. Übrigens ist Rasputin der Sohn von Casimir und genauso lebhaft wie er. Es ist schön, wenn man soviel Spaß mit seinen Ratten hat.

Dorian

Dorian war ein schöner großer Champagne-Rattenbock. So ein stolzer Rattenmann ist natürlich auch der Boss im Käfig. Eines Tages jedoch gefiel mir sein Verhalten überhaupt nicht. Ich wollte ihn aus dem Käfig nehmen, doch er schnappte nach mir. Sollte er etwa bissig geworden sein?
Doch ich bekam ihn noch zu fassen und setzte ihn auf dem Sessel. Wenn eine andere Ratte in seine Nähe kam, dann quiekte er gleich und ging in Abwehrstellung. War schon sehr merkwürdig. Als er sich dann mal umdrehte quiekte er sogar seinen eigenen Schwanz an. Nun hatte ich doch etwas Sorge um ihn und bin zum Tierarzt gefahren.
Der sah sich Dorian an und setzte ihn auf dem Fußboden. Dort musste Dorian ein paar Schritte gehen und der Tierarzt nahm ihn wieder hoch.
Seine Frage war, ob Dorian im Käfig vielleicht abgestürzt war? Konnte ich leider nicht beantworten, weil ich ja nicht ständig vor dem Käfig stehe.

Dann kam die verblüffende Antwort vom Tierarzt: " Ich würde sagen, Dorian ist im Käfig abgestürzt und dabei ordentlich auf den Hintern gefallen. Nun hat er von dem Sturz eben einen Hexenschuss."
Ich sah den Tierarzt ganz erstaunt an, Dorian bekam nun eine Spritze und durfte gleich wieder nach Hause.
Dort angekommen, war er gleich wieder der "Alte" im Käfig und demonstrierte seine Macht.
Von Hexenschuss war keine Spur mehr.Aber hier kann man wieder mal sehen, das Männer eben wehleidig sind.