Als Megakolon (oder Megacolon) (gr. megalos = groß, lat. Colon =  Dickdarm) bezeichnet man eine mit chronischer Obstipation (Verstopftheit) einhergehende Dilatation (Erweiterung) des Dickdarms. Man unterscheidet die primäre Form, den Morbus Hirschsprung (ein angeborenes Megakolon aufgrund einer Aganglionose (das Fehlen von Nervenzellen im Darm). Das Fehlen (Aplasie) von Ganglienzellen des Plexus submucosus und Plexus myntericus führt zu einem Fehlen der Peristaltik und damit einem Kotaufstau. Als Folge hiervon weitet sich der Darm auf (Megacolon).

Von den sekundären Formen, die beispielsweise durch die Chagas-Krankheit (auch als Amerikanische oder Südamerikanische Trypanosomiasis bezeichnet, ist eine infektiöse Erkrankung und Parasitose, die durch den Einzeller Trypanosoma cruzi hervorgerufen wird) oder Colitis ulcerosa verursacht werden.

Colitis ulcerosa (engl. ulcerative colitis) =gehört zu der Gruppe der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Sie ist durch einen entzündlichen Befall des Mastdarms und Dickdarms gekennzeichnet. Anders als beim Morbus Chron breitet sich die Entzündung kontinuierlich vom Mastdarm beginnend, d. h. von anal nach oral, aus und ist auf die Darmschleimhaut (Mukosa und Submukosa) beschränkt.

Morbus Hirschsprung 

Beim Morbus Hirschsprung (Megacolon congenitum) handelt es sich um eine Erkrankung des Dickdarms, die zur Gruppe der Aganglionosen gezählt wird.

Name und Häufigkeit

Die Krankheit ist nach dem dänischen Pädiater Harald Hirschsprung benannt, über die er 1886 erstmals öffentlich berichtete. Der Morbus Hirschsprung, auch unter dem Lemma Hirschsprungsche Krankheit in den Medizinlexika beschrieben, tritt durchschnittlich bei einem von 5000 Kindern auf, wobei Jungen prozentual gesehen deutlich häufiger betroffen sind als Mädchen.

Bei ca. 12 % der Säuglinge mit einem Down-Syndrom (Trisomie 21) kann Morbus Hirschsprung diagnostiziert werden. Kombinationen mit anderen Fehlbildungen (z. B. Mukoviszidose, Brachdaktylie) kommen vor - sie sind aber selten.

In 80 % der Fälle sind bei der Aganglionose nur das Rektum und/oder Sigma betroffen (Short-Segment-Aganglionose). Etwa 5 % gehören zur Long-Segment-Aganglionose, bei der der krankhaft veränderte Dickdarmabschnitt insgesamt 40 cm und mehr ausgedehnt ist. In weniger als 5 % der Fälle fehlen die Nervenzellen im gesamten Abschnitt des Dickdarmes, man spricht in diesem Fall von einem Jirasek-Zuelzer-Wilsons-Syndrom (ist eine nach ihren Beschreibern Wolf William Zuelzer, James Leroy Wilson und Arnold Jirásek benannte spezielle Form einer angeborenen Aganglionose. Den betroffenen Menschen fehlen von Geburt an die Nervenzellen (Plexus myentericus) in der Wand des gesamten Colons, eventuell auch Teilen des Ileums. Dies bedingt eine Passagestörung des Stuhlgangs im Dickdarm und eine Darmerweiterung (Magacolon). In einigen Fällen fehlen die Nervenzellen bis in den Dünndarm).

Ursachen

Ein Mangel an Ganglienzellen („Aganglionose“) im Bereich des Plexus submucosus bzw. myentericus führt zu einer Hyperplasie der vorgeschalteten Nervenzellen mit vermehrter Acetylcholin-Ausschüttung. Durch diese permanente Stimulation der Ringmuskulatur kommt es zu einem dauerhaften Zusammenziehen des betroffenen Darmabschnittes. Das übermäßig gebildete Acetylcholin wird durch eine kompensatorisch vermehrt produzierte Acetylcholinesterase abgebaut.

Späte Defekte der Neuroblasteneinwanderung, Reifungsstörungen eingewanderter Neuroblasten, temporäre Ischämien des Darms oder virale Infektionen beim Embryo kommen ursächlich in Frage. Es existieren Untersuchungen, die beim Morbus Hirschsprung Mutationen im sogenannten Ret-Protoonkogen  und des Endothelinrezptor-Gens (EDNRB) belegen.

Die Multiple endokrine Neoplasie Typ IIb kann mit der Symptomatik des M. Hirschsprung assoziiert sein. Auch dort liegt eine Mutation des Ret-Protoonkogen  vor.

Folge einer leichten Art von Inzucht ist diese Krankheiut bei den  Amischen (USA) relativ häufig.

Auswirkung

  

Durch die Überstimulation der Ringmuskulatur entsteht eine Obstruktion (Stenose) - das betroffene Darmsegment, meist das Rektrum, ist somit eingeengt. Die Darmentleerung kann nicht mehr regelgerecht erfolgen, wodurch eine schwere Obstipation (Verstopfung) entsteht. Vor dem verengten Segment erweitert sich dann durch Kotstauung das Darmlumen (Dilatation) und es kommt zum Megacolon. Dies wiederum führt zu Beschwerden wie Meteorismus (Blähungen) und Erbrechen. Durch die Ansammlung von Kot kann es zu einer Stuhlinkontinenz im Sinne einer „Überlaufenkopresis“ kommen. Bei etwa 15 % der Patienten weist das Megacolon unterschiedlich schwere und teilweise auch nekrotisierende Entzündungen durch Clostridium difficile auf.

Klinische Zeichen

Erste Hinweise geben die genannten Beschwerden, die in der Regel innerhalb der ersten Tage nach Geburt auffallen. Fehlender Mekoniumabgang („Kindspech“abgang) oder ein Mekonium-Ileus (ansonsten typisch für Mukoviszidose) können auf Morbus Hirschsprung hinweisen.

Bei der rektalen Untersuchung zeigt sich eine leere Ampulle sowie ein enger Analkanal.Bei Erwachsenen tritt Morbus Hirschsprung selten auf und fällt durch chronische Verstopfung auf. Der Darmabschnitt, in dem Nervenzellen fehlen, ist hier meist sehr kurz, sodass die Diagnose eines Morbus Hirschsprung erst spät gestellt wird.

  

Diagnostik

Die Diagnose kann in der Regel radiologisch mittels eines Kolon-Kontrastmitteleinlaufs und mittels einer anorektalen Manometrie gestellt werden. Zur Diagnosesicherung wird unter Vollnarkose oder in Sedierung eine Saugbiopsie aus der Mastdarmschleimhaut vorgenommen. Bei ausreichender Biopsattiefe kann die pathologische Untersuchung in der NADH-Reaktion das Fehlen von Ganglienzellen bestätigen. Histochemisch lässt sich anhand der Acetylcholinesteraseaktivität nach den ersten Lebensmonaten eine cholinerge Fehlinnervation oberer Schleimhautschichten (Lamina propria) nachweisen.

Behandlung

Bei Neugeborenen wird bis zu einem operativen Eingriff meist vorübergehend ein künstlicher Darmausgang angelegt oder der Darm regelmäßig nach Anleitung gespült bzw. mit sogenannten Darmrohren so gut wie möglich geleert. Dieses wird in den After eingeschoben. Das Darmrohr wird derzeit aber immer seltener verwendet.

Als Therapie wird der betroffene Darmabschnitt operativ entfernt, bei sehr kurzem aganglionären Segment kann auch eine Sphinktermyektomie (Einschnitt des dauerkontrahierten Schließmuskels) durchgeführt werden. Als Operationsmethoden kommen je nach Erfahrung der Klinik offene, laparoskopische und transanale Methoden zum Einsatz.

Komplikationen

Bei unbehandeltem M. Hirschsprung: Enterocolitis, Peritonitis, Endotoxinschock (Sepsis durch von Bakterien erzeugte Toxine).

Postoperativ: weiterhin Obstipation.

Hier berichte ich nun aus eigener Erfahrung über Megakolon

Am 21.04.2008 brachte Melinda 4 Welpen zur Welt. In den ersten Wochen entwickelten sie sich auch prächtig. Doch am 26. Tag bemerkte ich bei einen kleinen Böckchen, das der Bauch recht dick war. Gleich mit allen Welpen zum TA und habe ihm meine Vermutung auf Megakolon mitgeteilt. Diese Information habe ich (Melinda war da schon gedeckt) von Benjamins Züchter erhalten. In seinem Wurf zeigte sich das Megakolon auch und wurde von Benjamins Vater leider weitervererbt. Inzucht ist in der Linie des Vaters und der Mutter ausgeschlossen. Der TA äußerte auch, das das eine Weibchen auch einen etwas dickeren Bauch hätte. Ich habe die kleinen Welpen mit Paraffin vollgefüllt: kein Erfolg. Behandlung mit Bene-Bac: kein Erfolg. Die Welpen haben gefressen, aber das Verdaute kam nicht mehr raus. Da Ratten mit Megakolon eine Nervenschädigung der Darmwand haben, kann das Verdaute nicht über den Darm ausgeschieden werden und die Ratte wird immer dicker. Am 20.05.2008 habe ich das kleine Böckchen erlösen lassen. Am 24.05.2008 folgte das kleine Weibchen. Das zweite Böckchen wird wohl in den nächsten Tagen auch dran sein. Fotos über den Zustand der Welpen findet Ihr in der Fotogalerie unter "Megakolon". Außerdem bemerkte ich in den letzten Tagen auch bei der Gewichtszunahme einen Unterschied.

Hier mal die Gewichte der einzelnen Welpen:

TagDatumBöckeWeibchen
Black Blazed BerkshireBlueBlack BerkshireEngl. Blue Blazed Berkshire 
121.04.2008    
222.04.20088867
323.04.20089978
424.04.200810101010
525.04.200812131111
626.04.200815151413
727.04.200817171616
828.04.200820191818
929.04.200821212020
1030.04.200825242424
1101.05.200826262525
1202.05.200830272829
1303.05.200832293031
1404.05.200833313132
*1505.05.200837323535
1606.05.200839343739
1707.05.200841374035
1808.05.200843394137
1909.05.200844404238
2010.05.200845414339
2111.05.200848464640
2212.05.200848454442
2313.05.200849464544
2414.05.200851474646
2515.05.200851484748
2616.05.200853514854
2717.05.2008545249 56 
2818.05.2008565651 61 
2919.05.200860565366
3020.05.200861V 575370
3121.05.200861 5475
3222.05.200863 5781
3323.05.200865 5888
3424.05.200869 V 6095 
3525.05.200872  101
3626.05.200874  106
3727.05.2008V 76    

Hier könnt Ihr den Darm bei der Obduktion sehen:

Es ist schon erstaunlich wieviel Darm in so einer kleinen Ratte steckt.

Der Dünndarm und der Übergang zum Dickdarm waren normal ausgebildet. Dann folgte der Dickdarm mit einer enormen Aufweitung. Das Ende des Dickdarms und der Mastdarm waren wieder völlig normal.

Die Aufweitung des Dickdarms wurde aufgeschnitten und heraus quoll eine grüne, breiige Masse.

Weitere Infos findet ihr, wenn ihr bei Wikipedia Megakolon bzw. Morbus Hirschsprung in die Suche eingebt.